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JAHRESRÜCKBLICK 1979

Am Ende des ersten „Vereinsjahres„ der Läufergruppe Wittenbach drängt sich ein historischer Rückblick auf unsere läuferische Kindheit auf.

Schon vor mehreren Jahren haben einige von uns, mehrheitlich Bewohner des Hochhauses Stationsstr. 1, den Drang verspürt, sich laufend ihrer Aggressionen zu entledigen, mit der Natur wieder vermehrt in Kontakt zu treten (auch Hunde sind ein Stück Natur), sich selbst etwas abzufordern.

Aus Einzelläufern bzw. –marschierern bildete sich langsam der harte Kern der Läufergruppe (Bruno Kuhn, Pit Leufen, Peter Ludwig, Toni Götti), der sich bis heute zu halten vermochte. Aus anfänglichen mühsam durchtrotteten oder durchträbelten kleinen Hörnli-Runden wurde mit der Zeit infolge gesteigerter Ausdauer und Härte (teils auch nach Verlust einiger Kilo Speck) die mittlere und schliesslich die grosse Hörnli-Runde über Roggwil-Lömmenschwil (17 km).

Die kleine Pioniergruppe wuchs langsam durch Zuzug teils junger, unverbrauchter (Peter Huber), teils älterer, zäher,bewährter (Ruedi Käser, Paul Geiger) Kräfte, sodass sich mit der Zeit das Bedürfnis nach gemeinsamen Zielen in Training, Wettkampf und Gemütlichkeit zeigte.

Im Sommer 79 setzten wir uns in der „Bäche“ zur eigentlichen Gründungsversammlung der LG Wittenbach zusammen, nachdem bereits ein untadeliger Statutenentwurf vorlag (Statutenvater Toni Götti). Erster Präsident wurde Bruno Kuhn, der die anfallenden Geschäfte bisher immer sehr promt und gründlich erledigte.

Ich möchte nun kurz die wichtigsten Stationen der LG Wittenbach aufführen:

  • Pit Leufen entwirft ein Signet, das unser läuferisches Ziel und unsere Ambitionen treffend ausdrückt. Kleber sollen für Publicity sorgen.

  • Toni Götti zeichnet sich als rührender hauptverantwortlicher Redaktor unseres Vereinsblattes mit mehreren korrespondierenden Mitarbeitern aus.

  • Das gemeinsame Training wurde auf Dienstagabend 19.00Uhr ab Gemeindehaus angesetzt und rege Beteiligung empfohlen. Bisher fanden sich auch bei garstigstem Wetter immer mindestens zwei Unentwegte, der Rekord liegt bei einer achtköpfigen Horde.

  • Gemäss Statuten wurde das gemeinsame Training insofern entschärft und gemeinschaftsdienlich gemacht, als das Anfangstempo jedem ein müheloses Mitkommen erlaubt, dass die letzten drei Kilometer als persönliche Teststrecke und Uebungsfeld für taktische Geplänkel benützt werden kann, entsprechend dem früheren fast rennmässigen Training ab Haustüre Stationsstrasse 1. Einzelne Verstösse gegen das humane Training (Vorauslaufen um einige Meter, vorzeitiges Tempobolzen) konnte rechtzeitig und gütlich unterbunden werden.

  • Der Stamm im Rössli am ersten Dienstag des Monats hat sich bestens bewährt, da er Gelegenheit zu Erfahrungsaustausch bezüglich Training und Wettkampf, sowie zu taktischen Manövern und vorwettkampflicher Stimmungsmache bzw. Nervenkrieg bietet. Frauen sind insofern willkommen,als sie nicht zuviel reden, sich Mühe geben, fachlich kompetent zu werden und sich durch unser Beispiel zu vermehrtem Laufen anregen lassen.

  • Die Wettkampfsaison 1979 weist schon einige gemeinsame Anlässe auf, die ein provisorisches Bild der Kräfteverhältnisse brachten, das sich aber im stetem Fluss befindet. Die Ueberlegenheit von Ruedi K. im Sektor Waffenlauf ist unangetastet, auch wenn man berücksichtigt, dass sich nicht jeder mit grünem Gewand und Gewehr durch die Gegend quälen mag. Den Saisonhöhepunkt bildete sicher der Schwarzwald-Marathon, der zwar nicht die erwarteten guten Zeiten, jedoch erstens ein wiederholenswertes gemeinsames Erlebnis (nicht nur beim Lauf) und zweitens ein völlig überraschendes Eindringen des Marathon-Novizen Peter Lud. in die Ränge der etablierten Marathonläufer brachte.

  • Aufgrund einer allgemeinen Zufriedenheit, wenn nicht sogar Begeisterung über das erste LG-Jahr wurde einhellig beschlossen, die Aktivitäten zu steigern, insbesondere eine LG-Meisterschaft mit einigen äusserst delikaten Läufen (siehe Spezialprogramm, erwähnt sei nur der „Wittenbacher“) zu inszenieren, um jedem ein Ziel zu setzen und den Kampf  mit- und gegeneinander gemäss den Statuten („im Training gemeinsam, im Wettkampf brutal jeder gegen jeden) zu fördern.

Ein guter Anfang ist gemacht. Das Weitere hängt von uns selber ab, nicht in erster Linie von der Kondition, sondern vom guten LG-Geist jedes Einzelnen.

                                                                                          Paul Geiger

 
 
 
 
 
 
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